Umweltzone

 

Eine Umweltzone ist ein fest definiertes Gebiet, in welches nur solche Fahrzeuge einfahren dürfen, die bzgl. ihres Feinstaubausstoßes bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten.Umweltzonen gibt es nicht nur in Deutschland sondern auch in andern Regionen Europas.

 

In Deutschland sind Umweltzonen - besonders in mittelgroßen Städten -  häufig identisch mit dem eigentlichen Stadtgebiet, Großstädte beschränken sich dagegen nicht selten auf ihren inneren Kernbereich wie zB München innerhalb des mittleren Rings. Möglich ist aber auch ein Zusammenschluss mehrerer, dicht zusammenliegender Städte unterschiedlicher Größe innerhalb eines Ballungsraums zu einer einzigen großen Umweltzone wie etwa im Ruhrgebiet.

Feinstaubplaketten

 

Die Umweltplakette bezieht sich derzeit noch ausschließlich auf den Ausstoß von Feinstaub.

Nicht erfasst wird hingegen der Ausstoß von Kohendioxid (Co2), Stickoxiden (NOx) oder Schwefeloxiden (SOx). Dies soll sich jedoch noch im Laufe des Jahres 2016 ändern.

 

Künftig regelt eine blaue Plakette auch die Grenzwerte für den Ausstoß von Stickoxiden.

Ob diese Zonen zunächst nur besonders emmissionsreiche Einzelbereiche der Innenstädte erfassen, oder vom Umfang her zT identisch mit den jetzigen Umweltzonen sein werden ist noch offen. Letztlich kann jede Kommune über das "Ob" und das "Wie" selbst entscheiden. Die Städte denen bereits jetzt hohe Bußgelder aus Brüssel drohen weil dort an vielen Messstellen die EU-Grenzwerte zT drastisch überschritten werden, werden aber sicherlich blaue Umweltzonen ausweisen.

 

 

Je nach Grad des Feinstaubausstoßes eines Fahrzeugs wurde bisher in 4 Schadstoffgruppen unterteilt:

 

Schadstoffgruppe 1: Keine Plakette

Schadstoffgruppe 2: Rote Plakette

Schadstoffgruppe 3: Gelbe Plakette

Schadstoffgruppe 4: Grüne Plakette

 

Zu welcher Gruppe ein Fahrzeug gehört, richtet sich nach der jeweiligen Emmissionsschlüsselnummer im Fahrzeugschein.

 

Schlüsselnummern für eine grüne Feinstaubplakette:

Benziner: 01, 02, 14, 16, 18-75, 77
Diesel: 32, 33, 38, 39, 43, 53, 55-59, 60-70, 73-75

 

Schlüsselnummern für eine gelbe Feinstaubplakette:

Diesel: 30-31, 36, 37, 42, 44-52, 72

 

Schlüsselnummern für eine eine rote Feinstaubplakette:

Diesel: 25-29, 35, 41, 71

 

Keine Plakette erhalten Fahrzeuge mit folgenden Schlüsselnummern:

Benziner: 00, 03-13, 15, 17, 88, 98
Diesel: 0-24, 34, 40, 77, 88, 98

 

Mittlerweile hat sich diese Form der Unterscheidung weitgehend erübrigt.

Abgesehen von Neu-Ulm wo noch gelbe Plaketten erlaubt sind, darf in alle andere Umweltzonen-Städte nur noch mit der grünen Plakette eingefahren werden.

 

In den weißen Leerraum der Plakette ist - möglichst mittels eines UV-beständigen Markerstifts - das Kfz-Kennzeichen einzutragen. Die Plakette sollte sodann gut sichtbar im Randbereich der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht werden. Empfehlenswert ist seitlich unten an der Fahrer- oder Beifahrerseite. Die Anbringung im oberen Bereich der Windschutzscheibe kann hingegen wegen evtl.vohandener Sonnenschutzfolien in den Windschutzscheiben zu Irritationen bzgl. der Farbe der Plakette führen.

 

 

 

 

 

Ausnahmen von der Plakettenpflicht

 

  Von der Plakettenpflicht innerhalb bestehender Umweltzonen befreit sind:

 

- Fahrzeuge mit weniger als 4 Rädern wie zB Motorräder.

- Oldtimer mit entsprechendem H-Kennzeichen

- Fahrzeuge aus der Landwirtschaft

- Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr, Notarzt, Bundeswehr

- Dipomatenfahrzeuge

 

Ausländische Kraftfahrzeuge

 

Ausländische PKW sind von der Plakettenpflicht nicht befreit. Wer also aus dem Ausland nach Deutschland einreist sollte rechtzeitig prüfen ob hierbei auch Umweltzonen befahren werden. In diesem Falle ist rechtzeitig eine Plakette zu beantragen.

 

Wo erhalte ich eine (neue) Umweltplakette?

 

Wenn Sie noch keine Plakette haben bzw eine Neue benötigen, können Sie diese sowohl online wie auch bei ADAC, TÜV, oder Dekra käuflich erwerben.

Eine Umweltplakette die nicht mehr lesbar ist, - etwa weil die Schrift mit der Zeit verblasst ist - verliert ihre Gültigkeit und ist ebenfalls zu erneuern.

 

 

Verstöße gegen die Plakettenpflicht

 

Mit Inkrafttreten des neuen Bußgeld-und Punktesystems am 1.Mai 2014 wird ein Verstoß gegen die Plakettenpflicht mit einem erhöhten Bußgeld von 80.- Euro geahndet. Im Gegenzug entfällt der Punkt in Flensburg.

 

 

Feinstaub schädigt die Gesundheit

 

Feinstaub ist ein unsichtbarer Schwebstaub dessen Partikel nicht sofort zu Boden sinken.Sein aerodynamischer Durchmesser ist kleiner als 10 Mikrometer (10 µm), und kann somit tief in die Lunge bis in die Lungenbläschen eindringen. Viele dieser Nano-Partikel sind darüberhinaus toxisch. Es ist unbestritten dass Feinstaub nicht nur Allergien auslösen, sondern auch zu Atemwegserkrankungen wie Astma, Lungenentzündung und Lungenkrebs führen kann. Vor allem bei Kindern können auch Mittelohrentzündungen Folge von Feinstaub sein. Feinstaub kann darüberhinaus ursächlich für Herz-Kreislaufkrankheiten und Herzinfarkt sein, da sehr kleine Partikel (unter 2,5 Mikrometer Durchmesser) über die Lungenbläschen auch in den Blutkreislauf gelangen.

 

 

 

Blaue Plakette / Maßnahmen gegen Stickoxide

 

Stickstoffdioxide sind ein Bestandteil von PKW- und LKW-Abgasen. Hauptverursacher sind Fahrzeuge mit Dieselmotoren. Mittlerweile sind knapp die Hälfte aller neu zugelassener Fahrzeuge in Deutschland Dieselautos. Der im Herbst 2015 bekanntgewordene VW-Abgas-Skandal bezieht sich auf den Ausstoß von Stickoxiden.

 

Stickoxide greifen die Schleimhäute an und können zu ähnlichen Atemwegserkrankungen wie bei Feinstaub führen. Besonders anfällig für die Auswirkungen von Abgasen sind Kinder.

Seit dem 01.01.2015 sind nach einer Vorgabe aus Brüssel alle Kommunen - egal ob mit oder ohne Umweltzone -  verpflichtet, die europäischen Grenzwerte für Stickoxide einzuhalten.

In vielen deutschen Innenstädten hat sich seitdem jedoch nicht viel geändert, die Stickoxidwerte sind nach Ansicht der EU-Kommission nach wie vor viel zu hoch. Nun droht Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren.

 

In den USA ist der Grenzwert für Stickoxide für PKW deutlich strenger als in der EU.

Während in der EU eine Obergrenze von 80 Milligramm pro Kilometer gilt (ab 2017 erhöht auf 168 Mg/km), dürfen in den USA maximal 70 Milligramm PRO MEILE, also ca pro 1,6 Kilometer ausgestoßen werden. Dies bedeutet dass die EU im Vergleich zu den USA nahezu die doppelte Menge an Stickoxid-Ausstoß erlaubt. (Auf eine gedachte Entfernung von 16 km sind in den USA max. ca 700mg erlaubt, in der EU hingegen 1280 mg Stickoxid-Ausstoß. Ab 2017  2688 mg, dann also fast die vierfache Menge zu den USA)

 

 

April 2016: Einführung der blauen NOx-Umweltplakette ist beschlossen

 

Die Umweltminister der Länder und des Bundes haben als Folge des Diesel-Abgasskandals die Einführung der blauen Umweltplakette beschlossen. Kommunen sind damit berechtigt in Bezirken mit besonders schlechten Stickoxidwerten entsprechende blaue Zonen einzurichten.

 

Der genaue Zeitpunkt der Einführung steht allerdings noch nicht fest. Erfaßt wird dann nicht mehr nur der Ausstoß an Feinstaub, sondern auch der von Stickoxiden.Betroffen sind vor allem Halter von Dieselfahrzeugen, deren Fahrzeug noch nicht der Euro 6-Norm entspricht.

Wie bereits bei den bisherigen Umweltzonen sind die Kommunen nicht verpflichtet, blaue Umweltzonen einzurichten. Einige Bundesländer haben aber bereits signalisiert, dass die blaue Plakette in den jeweiligen Großstädten eingeführt werden soll. Baden-Württemberg hat bereits die Zielvorgabe ausgegeben, dass bis zum Jahr 2019 80% aller Fahrzeuge den strengeren Richtlinen genügen sollen.

 

Neue mobile Messtechnik RDE

 

Bei der Abgasermittlung eines Fahrzeugs wird ab 2017 eine völlig neue, mobile Messtechnik zur Anwendung kommen. Hierbei werden die Emissionen nicht auf einem Prüfstand sondern während der Fahrt unter Realbedingungen direkt am Fahrzeug gemessen. (RDE/Real Driving Emissions). Parallel hierzu hat das  EU-Parlament beschlossen, die Grenzwerte für Dieselabgase zu erhöhen. Konkret bedeutet dies, dass 2017 die zulässigen Grenzwerte für die Euro-6 Norm von derzeit 80 mg Stickoxid je km auf 168 mg erhöht werden.

Ab Januar 2020 soll dann für Diesel-Neuwagen ein Grenzwert von 120 mg Stickoxid / km gelten.

 

Die Entscheidung fiel per Mehrheitsentscheid im zuständigen technischen Fach-Ausschuss der Mitgliedstaaten. Danach können neue Modelle ab 2017 den Grenzwert der Euro-6-Norm – 80 Milligramm Stickoxid (NOx) pro Kilometer – um den Faktor 2,1 überschreiten. Das entspricht 168 Milligramm. Für alle Neuwagen gilt der Wert erst zwei Jahre später. Ab 2020 (Modellzulassung) beziehungsweise 2021 (Neuwagen) darf der Richtwert nur mehr um die Hälfte überschritten werden (120 Milligramm).

EU verdoppelt die Grenzwerte für Diesel-Abgase | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/politik/eu-verdoppelt-die-grenzwerte-fuer-diesel-abgase-id11228901.html#plx1381442645

Die Entscheidung fiel per Mehrheitsentscheid im zuständigen technischen Fach-Ausschuss der Mitgliedstaaten. Danach können neue Modelle ab 2017 den Grenzwert der Euro-6-Norm – 80 Milligramm Stickoxid (NOx) pro Kilometer – um den Faktor 2,1 überschreiten. Das entspricht 168 Milligramm. Für alle Neuwagen gilt der Wert erst zwei Jahre später. Ab 2020 (Modellzulassung) beziehungsweise 2021 (Neuwagen) darf der Richtwert nur mehr um die Hälfte überschritten werden (120 Milligramm).

EU verdoppelt die Grenzwerte für Diesel-Abgase | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/politik/eu-verdoppelt-die-grenzwerte-fuer-diesel-abgase-id11228901.html#plx1381442645